Unvergessliche Tage unter europäischen Freundinnen und Freunden: das Ippolito-Projekt in Reggio Calabria (von Mittwoch, den 20. Mai 2026, bis Sonntag, den 24. Mai 2026)

Beim Ippolito-Projekt handelt es sich um eine europäische Begegnung, an der viele europäische Schulen teilnehmen. Im Vorfeld der Begegnung schreiben die Teilnehmenden Gedichte sowie Kurzgeschichten und machen Fotos zu einem von den Veranstalterinnen und Veranstaltern vorgegebenen Arbeitsthema. Des Weiteren muss als Gruppenleistung ein Video gedreht werden, das anhand eines „research papers“ erläutert wird.

Der erste Tag des Ippolito-Projekts war für die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer wohl auch der einprägsamste.

​Unseren ersten Blick auf Italien erhaschten wir aus dem Flugzeugfenster: eine endlose mediterrane Landschaft und strahlender Sonnenschein. Nach unserer Ankunft mit dem Flugzeug in Catania/Sizilien, einer wunderschönen Busfahrt die Küste entlang und dem Übersetzen mit der Fähre von Messina nach Reggio Calabria kamen wir gegen 14 Uhr endlich an unserem Ziel an – dem Hotel, das für die nächsten Tage unser Zuhause sein sollte. Das erste offizielle Treffen war allerdings erst für 17 Uhr angesetzt. Das war der Moment, in dem wir die anderen Teilnehmenden sowie Lehrerinnen und Lehrer der verschiedenen Schulen aus ganz Europa kennenlernten. Vertreten waren in diesem Jahr neben Jugendlichen aus Bulgarien, Rumänien, der Republik Moldau, Polen, Italien, Portugal, Schweden und Deutschland zum ersten Mal auch Schülerinnen und Schüler aus Österreich und der Türkei. Außerdem trafen wir die Hauptorganisatoren des Projekts, Leonardo Pangallo sowie Natina Cristiano Ippolito. Letztere ist die Mutter von Alberto und Marco Ippolito und hat dieses Projekt, gemeinsam mit Leonardo Pangallo, ins Leben gerufen, um das Andenken an ihre Kinder zu ehren, die Opfer der Mafia wurden.

​Später am Abend ging es dann auch schon an die Arbeit: In Gruppen lernten wir die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den anderen Ländern besser kennen. Das hat unglaublich geholfen, direkt eine freundschaftliche und partnerschaftliche Atmosphäre für den weiteren Verlauf des Projekts zu schaffen. Nach der Vorstellungsrunde hatten wir schließlich Freizeit, um die Gegend zu erkunden und miteinander ins Gespräch zu kommen. Und schwups – so schnell ging der erste Tag des Ippolito-Projekts auch schon zu Ende.

Der Donnerstag begann um 8 Uhr mit einem gemütlichen gemeinsamen Frühstück. Gut gelaunt machten wir uns anschließend mit dem Bus auf den Weg ins Zentrum von Reggio Calabria zum Kunstgymnasium Liceo T. Campanella. Dort angekommen startete direkt das offizielle Programm: Zuerst präsentierten wir unsere vorbereiteten Research-Videos zum diesjährigen Arbeitshema „Strength of the youth, wisdom of the elders – buildung the future together“, bevor wir uns spannende Beiträge von Expertinnen und Experten zum Thema Europa anhörten. Einen faszinierenden Einblick in die kreative Atmosphäre der Schule bekamen wir im Anschluss bei einer Führung durch das Gebäude und die schuleigenen Museen. Das Liceo T. Campanella verfügt über mehrere große, lichtdurchflutete Räume, in denen Skulpturen gemeißelt, Kleider genäht oder mit Holz und Ton weitere Kunstwerke gestaltet werden. Nach diesem kulturreichen Vormittag fuhren wir in ein gemütliches Restaurant, wo wir gemeinsam zu Mittag aßen.

Nach dem Essen ging es wieder zurück zu unserer Unterkunft „Baia Dello Stretto“, wo wir zunächst etwas Freizeit hatten, um kurz durchzuatmen. Pünktlich um 17:30 Uhr ging es dann aber schon weiter mit den Gruppenarbeiten, bei denen wir uns in gemischten Teams dem Thema „Alt und Jung und deren Zusammenarbeit“ widmeten. Es entstanden schnell sehr lebhafte und intensive Diskussionen, und im Anschluss daran präsentierten die einzelnen Gruppen stolz ihre gesammelten Ergebnisse im Plenum.

Den Abend verbrachten wir danach entweder entspannt am Strand oder in der Unterkunft, bis wir schließlich gegen 20 Uhr gemeinsam zu Abend aßen. Im Anschluss saßen wir noch gemütlich mit unseren neuen Freunden zusammen und haben den Tag ausklingen lassen

Nachdem wir uns für den Tag bereitgemacht hatten, startete am Freitag um 9 Uhr das offizielle Programm in der Baia dello Stretto. Dort besuchten wir eine Podiumsdiskussion zum Thema „Familie, Schule und Gesellschaft: Die drei Pfeiler für ein selbstbestimmtes Leben in der Gemeinschaft“. Gegen 10:20 Uhr brachte uns der Bus dann zum Museo Archeologico Nazionale di Reggio Calabria, das v. a. für die überlebensgroßen bronzenen Kriegerstatuen aus dem 5. Jahrhundert v. C. bekannt ist. Nach dem Museumsbesuch hatten wir ein wenig Freizeit, um die Stadt zu erkunden, und trafen uns anschließend zu einem gemeinsamen Mittagessen in dem Restaurant, das man fast schon unser Stammrestaurant nennen konnte.

Nach dem Essen ging es um 15:30 Uhr mit dem Bus wieder zurück zu unserer Unterkunft, wo wir uns ein wenig ausruhen konnten, aber nicht lange. Um 17:30 Uhr machten wir uns wieder auf den Weg, dieses Mal mit dem Bus zum Circolo Nautico von Reggio Calabria. Dort startete ab 18 Uhr das große Abendprogramm. Zuerst betrachteten wir im Rahmen einer Fotogalerie die Fotos der übrigen Schulen zu unserem diesjährigen Arbeitsthema, über die wir anschließend mit den anderen Schülerinnen und Schülern ins Gespräch kamen. Danach stand die feierliche Preisverleihung an, bei der unsere Schule einen Preis für das Video sowie Antonia Barth den dritten Preis für ihr Foto erhielt. Dem offiziellen Teil folgte ein Auftritt der Gruppe „Gli Agatini“, die uns traditionelle süditalienische Folklore näherbrachte.

Auch die Schülerinnen und Schüler präsentierten Tänze oder Gesänge aus den jeweiligen Ländern; wir selbst wagten uns an das Lied „Die Gedanken sind frei“ und wurden mit viel Applaus bedacht.

Nach diesem langen Kulturprogramm gab es für uns alle noch ein gemeinsames Abendessen vor Ort, bevor uns der Bus gegen 22 Uhr müde, aber glücklich zurück zur Unterkunft fuhr.

An unserem letzten Tag vor der Heimreise fuhren wir nach dem Frühstück zu einer sehr feinen Schule in der Innenstadt von Reggio, dem Liceo Classico. Dort stellten sich sechs wichtige Personen aus den Bereichen Bildung, Kultur und Wissenschaft vor, beantworteten unsere Fragen zu ihrem Werdegang und teilten mit uns ihre Visionen für ein gerechteres Europa. Nach zwei Stunden intensiven Austauschs waren wir aber froh über zwei freie Stunden, wo wir bei sonnigem Wetter durch die Innenstadt schlendern, shoppen, Eis essen und an den Strand gehen konnten.

Beim letzten Mittagessen in unserem Stammlokal redeten wir wieder viel mit unseren neuen Freundinnen und Freunden und versuchten, Wörter in unseren Sprachen zu erraten. Dann fuhren wir zurück zu unserem Hotel und genossen den restlichen Nachmittag im Hotel oder am Strand.

Abends fuhren wir zum Bergamottenmuseum. Es war ein sehr vornehmer Abend, bei dem die obengenannten Personen Auszeichnungen bekamen und Reden hielten, die leider nicht immer übersetzt wurden. Es gab auch einen Chor, der schöne italienische Lieder sang, auch einige bekanntere, wie z. B. ,,Volare“.

Zum Abendessen gab es ein superleckeres Buffet mit Musik! Eine schwedische Lehrerin sang dabei ein Volkslied aus ihrem Land.

Zurück im Hotel verbrachten wir noch einen letzten schönen Karaokeabend mit unseren neuen Freundinnen und Freunden, wobei es schon die ersten Abschiedstränen gab.

Unser letzter Tag begann frühmorgens, nach einer kurzen Nacht, die jedoch voller Abschiede und Versprechungen war. Ein paar der anderen Schulen mussten noch mitten in der Nacht aufbrechen, um den richtigen Flug zu bekommen, darunter die Schwedinnen und Schweden, deren Taxi schon um 4 Uhr losfuhr. In dem Sinne hatten wir Glück, dass unseres erst um 7:30 da sein sollte. Nach einem kleinen Frühstück und dem wirklich allerletzten Abschied wurden wir zum Hafen von Reggio Calabria gefahren, von wo aus wir mit der Fähre nach Messina übersetzten. In Messina angekommen hatten wir noch etwas Zeit, die wir nutzten, um uns den Dom anzuschauen und eine kleine Kaffeepause zu machen. Anschließend fuhren wir mit dem Bus wieder nach Catania, wo wir im Flughafen noch die letzten Mitbringsel einkauften, und, ehe wir uns versahen, saßen wir schon wieder im Flugzeug. Dort konnten wir noch mal über die letzte Woche und all unsere neuen Freunde nachdenken, bevor wir schließlich wieder in Düsseldorf landeten.

Wir möchten uns ganz herzlich bei Natina Cristiano Ippolito und Leonardo Pangallo sowie dem italienischen Lehrerverband bedanken, die uns diese erlebnisreiche Zeit ermöglicht haben, und blicken voller positiver Erinnerungen und warmherziger Gefühle auf die vier Tage in Italien zurück.

Adriana Plaude, Amelia Klecker, Antonia Barth, Anish Gidendra, Oleksandra Strilok (EF)

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